Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Hier gibt's Anleitungen und Themen dazu.

Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » So 15. Feb 2015, 17:40

History:
23.01.2017 - V02.06 - Deaktivierung WLan Energiesparmodus Raspberry Pi 3 B hinzugefügt und WLan Konfig angepasst
11.01.2017 - V02.05 - Bilder aktualisiert, Galerie entfernt, Bilder manuell eingefügt
30.11.2016 - V02.04 - Bilder aktualisiert, wichtige Hinweise zum aktuellen Image hinzugefügt / Anleitung angepasst (SSH & Update)
02.03.2016 - V02.03 - Bilder aktualisiert, neue Menüpunkte und Overclock Pi 3 B Info hinzugefügt
01.03.2016 - V02.02 - Info zu WLan und Raspberry Pi 3 B hinzugefügt
30.01.2016 - V02.01 - Hardwareliste angepasst
10.01.2016 - V02.00 - Völlig neu überarbeitet, aktualisiert und angepasst (z.B. Raspbian Lite & Raspberry Pi Zero)
05.12.2015 - V01.05 - Hinweis zu Jessie Lite hinzugefügt
11.10.2015 - V01.04 - Anleitung an Raspbian Jessie angepasst
14.05.2015 - V01.03 - Login Benutzer Root deaktivieren hinzugefügt
03.05.2015 - V01.02 - Erweitert mit Upgrade Debian Wheezy auf Jessie
22.03.2015 - V01.01 - Hinweis bez. Tastaturlayout geändert
20.02.2015 - V01.00 - Erste Fertigstellung


Hinweis:
Diese Anleitung/Information erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann Fehler enthalten und die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
Es wird keinerlei Haftung für Schäden und/oder Datenverluste übernommen.

Hinweis:
!! Wichtige Info zum aktuellen Image !!
Im oben genannten Image funktioniert die alte Vorgehensweise mit dem Zugriff per SSH (z.B. Putty) nicht mehr, da RASPBIAN direkt nach dem Aufspielen des Images nicht mehr in den Textmodus bootet, sondern direkt in die grafische Oberfläche.
Zudem wurde standardmäßig SSH deaktiviert.

Hierzu muss in der Linux Partition die leere Datei ssh (ohne Inhalt) in der Bootpartition angelegt werden.
Raspbian prüft beim Booten auf das Vorhandensein dieser Datei.
Wie das zu bewerkstelligen ist, wird weiter unten an der entsprechenden Stelle beschrieben.
Danach kann das Booten in den Textmodus über das bekannte Konfigskript raspi-config umgestellt werden.

In dieser Anleitung wurde für WLan der WLan Stick Amazon EDIMAX EW-7811UN Wireless USB Adapter benutzt (nur für Pi 1, 2 und Zero !!).
Der Pi 3 bringt bereits WLan onboard mit.

Wer einen anderen Stick nutzt, muss u.U. eigene Anpassungen vornehmen.


Installation unter Windows mit einem SD-Card-Reader:

Benötigte Hardware:
Raspberry Pi (z.B. Amazon Pi 2 oder Amazon Pi 3 oder Zero)
Passendes Netzteil mit Micro-USB-Anschlusskabel (z.B. Amazon bis Pi 2 mit 2A oder besser gleich Amazon bis Pi 3 mit 2,5A
SD Karte ab 8 GB (oder gleich 32 GB für kleines Geld wie diese hier: Amazon Transcend microSDHC 32GB Speicherkarte mit SD-Adapter)
Evtl. Gehäuse (z.B. offiziell für Amazon Pi 2 und Pi B+ oder Amazon Pi 3)
Evtl. aktiven USB HUB (z.B. Pi Zero, da nur 1 Mikro-USB-Port vorhanden + Adapter)
USB Adapter(kabel) von USB Buchse auf USB Micro Stecker (OTG) (nur Pi Zero)
WLan Stick Amazon EDIMAX EW-7811UN Wireless USB Adapter (wird hier verwendet für Pi 1, 2 und Zero / P 3 hat WLan onboard !!)
=> (nur wenn kein LAN Anschluss möglich (z.B. Pi Zero) oder gewollt ist)
Maus & Tastatur (nur wenn kein LAN/WLan möglich oder gewollt) (Pi Zero benötigt Adapter)

Hinweis:
Die oben genannten Amazon Beispiele sind reine Vorschläge !! und haben teilweise weitere Auswahlmöglichkeiten bez. Ausstattung und Händler.
Hier kann man u.U. durch gezielte Händlerwahl (nicht alles immer bei einem Händler erhältlich) Porto und Versandzeiten sparen und ggf. sogar beim Preis. Amazon lässt keine direkte Auswahlen zu, daher bitte vor Bestellung immer prüfen, was man wo zu welchem Preis bestellt !!
Auch ist nicht immer gesagt, dass alles immer oder ewig verfügbar ist.

Es gilt wie immer: keine Garantie, Gewährleistung, eigenes Risiko, denn die Bespiele stehen in keinerlei Zusammenhang mit RaspiFun.de und Irrtümer und Änderungen möglich.


Benötigte Programme:
Externer Link Win32 Disk Imager
Externer Link Putty
Externer Link Paragon ExtFS f. Windows (kostenlose Registrierung erforderlich)
=> (oder alternative Software zum Lesen/Schreiben von Linux Partitionen unter Windows)
=> Nur bei Konfiguration von WLan ohne direkten Anschluss von LAN, Tastatur und Monitor erforderlich

Optional:
Externer Link SDFormatter

Benötigtes Image:
Externer Link Offizielle RASPBIAN Downloadseite der Raspberrypi.org


Inhaltsverzeichnis:
(1) Übertragen des Images von RASPBIAN auf die SD Karte
(2) Externe Aktivierung von SSH (noch vor dem ersten Start)
(3) Externe Konfiguration WLan (noch vor dem ersten Start)
(4) Erster Start des Raspberry Pi und Login mit Putty
(5) Konfiguration mit Raspi-Config
(6) Anpassen der "Hosts" Datei
(7) Dauerhafte Konfiguration von Putty
(8) Login Benutzer Root deaktivieren
(9) Installation von mc (Midnight Commander)
(10) Kernel Update / Update von vorherigem Image


(1) Übertragen des Images von RASPBIAN auf die SD Karte

Wenn der Raspberry Pi hardwaretechnisch soweit komplett ist (Netzteil, SD Karte und WLan Stick inkl. USB Adapter ebenfalls vorhanden), muss zuerst die SD Karte beschrieben werden. Unter Windows hat sich dieses Programm bewährt: Externer Link Win32 Disk Imager

Wird auf den Link geklickt, erscheint die offizielle Downloadseite und der Download der aktuellen Version wird nach 5 Sekunden automatisch gestartet.

Nach der Installation und dem Start des Programms erscheint folgender Schirm:

Bild

Rechts oben steht im Fenster unter "Device" die Laufwerkauswahl, auf die der Imager zugreifen kann. Hier sollte unbedingt das Laufwerk ausgewählt werden, in dem die SD Karte eingesteckt wird/wurde. Sonst kann es passieren, dass man andere Karten oder Speicher löscht und überschreibt.

Wenn noch nicht geschehen, wird das aktuelle Raspbian Image (.zip Version) von der offiziellen Downloadseite der Raspbianpi.org Seite heruntergeladen und entpackt.

Nun links neben dem Laufwerksbuchstaben auf das Verzeichnissymbol klicken und die heruntergeladene Imagedatei angeben.

Bild

Wichtig ist auch, dass unten auf "Write" gecklickt wird, sonst schreibt das Programm den Inhalt der SD Karte in die Image Datei, was vermieden werden sollte, später aber für Backupzwecke ganz nützlich ist, wenn die Installation fertig ist.

Die nachfolgende Warnung, dass die eingelegte SD Karte gelöscht wird, mit YES bestätigen.

Bild

Nun folgt das Übertragen der Image Datei auf die Karte, bei dem der Fortschritt angezeigt wird.
Die angezeigte Übertragungsrate hängt von der Karte, dem Kartenleser und dem USB Port ab. Die Werte können also auch deutlich abweichen.

Bild

Wenn alles glatt und ohne Fehler gelaufen ist, erscheint die folgende Bestätigung und hier wieder klicken auf OK klicken:

Bild

Verlassen wird der Imager mit Exit:

Bild


Der Nachfolgende Punkt ist neuerdings nicht nur bei Verwendung von reinem Wlan notwendig, wenn keine Eingabegeräte vorhanden sind und kein LAN Anschluss (z.B. Pi Zero), sondern auch seit dem aktuellen Image, da hier SSH deaktiviert wurde. Eine Aktivierung von SSH für den Zugriff z.B. über Putty ist nur möglich, wenn in der Startpartition eine leere Datei angelegt wird.
Hierzu bleibt die SD Karte weiterhin im Lesegerät des PCs stecken.
Bei Verwendung von Maus/Tastatur/Monitor und ohne SSH kann der folgende Abschnitt übersprungen werden.
In dem Fall bitte bei Punkt 3 weiter machen.


(2) Externe Aktivierung von SSH (noch vor dem ersten Start)

Hierfür muss im erst jetzt im von Windows aus sichtbaren (FAT) Verzeichnis die Datei ssh angelegt werden.
Dafür ist im Laufwerk der SD Karte in die besagte Partition zu wechseln.

Das Hauptverzeichnis sieht in etwa so aus (Auszug):

Bild

Das Verzeichnis System Volume Information kommt von Windows und kann später von Linux aus gelöscht werden. Unter Windows wird man es nicht mehr los, da es nach dem Löschen sofort wieder angelegt wird und sofort erscheint.

Hier wird nun per Rechtsklick und der Auswahl Neu/Textdokument eine Textdatei angelegt und gleich auf den Namen ssh (ohne Dateiendung !!) umbenannt.

Bild

Hierbei erscheint eine Warnung, die mit Ja bestätigt wird, denn unter Linux wird nicht zwingend eine Dateiendung benötigt.

Bild

Ist die Warnung bestätigt, sollte sich im Verzeichnis die eben angelegte leere Textdatei befinden.

Bild

Hier ist nun die externe SSH Aktivierung abgeschlossen und die SD Karte kann unter Windows abgemeldet und herausgezogen werden, sofern man nicht noch den nachfolgenden Punkt (WLan) durchführen muss (z.B. Zero ohne LAN Anschluss).
Soll WLan erst später über LAN und SSH konfiguriert werden, kann der nachfolgende Punkt 3 übersprungen und die SD Karte in den Raspberry Pi eingesteckt und dieser mit Strom versorgt werden.


(3) Externe Konfiguration WLan (noch vor dem ersten Start)

Vorbereitung für den Zugriff auf das Linux Dateisystem der SD Karte von Windows aus:

Da es z.B. beim Raspberry Pi Zero keine Netzwerkschnittstelle gibt und/oder diese Installation ohne Monitor und Tastatur durchgeführt werden soll, muss zuallererst die Netzwerkverbindung für WLan vorab konfiguriert werden. Daher wird das über den PC unter Windows gemacht, mit dem wir auch die SD Karte beschrieben haben. Die Karte sollte noch im Lesegerät unter Windows angemeldet sein.

Da Windows von sich aus nur den Bootteil der Karte lesen kann aber nicht die Linux Partition, wird ein Programm benötigt, welches den Zugriff darauf auch unter Windows ermöglicht. Wer die Karte unter Linux abfragen kann, kann sich den nachfolgenden Teil mit der extra Software sparen.

Für diesen Zweck wird in dieser Anleitung das Programm Paragon ExtFS für Windows verwendet, da Paragon eine langjährige Softwarefirma ist, der man normal vertrauen kann, dass sie funktionierende Software bietet. Zudem ist deren Tool kostenlos. Es wird lediglich eine kostenlose Registrierung verlangt, bei der im Anschluss der benötigte kostenlose Key per Mail zugeschickt wird.
Wer hier was anderes nutzen möchte, kann dies gerne tun, hier wird aber lediglich auf die zuvor genannte Software eingegangen.

Ist das Programm heruntergeladen und installiert, erscheint nach dem Start (am besten per "Als Administrator ausführen") der englischsprachigen Software die Abfrage nach dem Produktschlüssel. Hier gibt man die per Mail erhaltenen Daten ein und bestätigt im Anschluss die Lizenzvereinbarung.
Darauf folgt die Auswahl der Komponenten, die man installieren möchte, jedoch ist wohl bei der ersten Installation hier nicht wirklich was auswählbar, womit mit Next > weiterverfahren wird. Daraufhin erscheint die Frage, ob der Pfad der Software in die Umgebungsvariable für die Verzeichnisse unter Windows eingetragen werden soll. Dies kann bestätigt und fortgefahren werden.
Es folgt die Frage nach den Windowsbenutzern, die auf die Software zugreifen können sollen (Jeder oder nur dieser). Hier wählt man das, was man will und klickt anschließend auf Install.
Die Installation startet und es ist normal, dass hier längere Zeit der Balken stehen bleibt, die Installation geht irgendwann weiter und es wird der erfolgreiche Abschluss angezeigt. Nach dem Klick auf Close wird ein Reboot verlangt, den man auch durchführen sollte.

Nachdem der PC neu gestartet wurde, folgt ein Doppelklick auf das neue Icon auf dem Desktop ("Paragon ExtFS for Windows") und unten rechts im Systemtray erscheint ein neues kleines Symbol, ein schwarzes "P" auf türkisenem Hintergrund. Ein Doppelklick darauf und es öffnet sich ein neues Fenster.

Bild

Auf dem Bild erkennt man, dass ein neues Laufwerk (in diesem Fall O:) angelegt wurde. Der Laufwerksbuchstabe und die Disknummer können je nach PC Konfiguration abweichen. Weiterhin muss nichts konfiguriert werden, der Linuxteil der SD Karte ist nun unter Windows verwendbar. Das Fenster kann wieder geschlossen werden, es diente nur zum Herausfinden des richtigen Laufwerks.
Die angegebene Größe des Laufwerks mit 1 GB ist korrekt. Dies wird später bei der Konfiguration auf dem Pi auf die Gesamtgröße der SD Karte angepasst.

Jetzt folgt die Konfiguration des WLan Sticks.

Mit dem Windows Explorer wird nun auf das neue Laufwerk gewechselt und die entsprechenden Dateien bearbeitet.

Um die Zugangsdaten per DHCP in die Konfiguration einzutragen, wird die Datei /etc/network/interfaces angepasst.
Hierzu wird die diesmal vorhandene Datei wieder mit WordPad geöffnet und folgendermaßen angepasst:

Code: Alles auswählen

auto lo
iface lo inet loopback
iface eth0 inet dhcp

auto wlan0
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet dhcp
    wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
wpa-ap-scan 1
wpa-scan-ssid 1
wpa-ssid "EIGENER-WLAN-NAME"
wpa-psk "EIGENER-WLAN-SCHLÜSSEL"

# allow-hotplug wlan1
# iface wlan1 inet manual
#     wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
Hier sind die Wörter "Manual" durch "dhcp" und unten die SSID und der Schlüssel durch eigene Werte zu ersetzen.
Die letzten drei Zeilen wurden per # auskommentiert, da in der Regel kein zweiter WLan Adapter eingesetzt wird.

Danach die Datei speichern und WordPad wieder beenden.

Eine Konfiguration mit fester IP Adresse ist ebenfalls möglich, darauf wird hier aber nicht weiter eingegangen.

Hinweis:
Da viele WLan Konfigurationen - wie z.B. der Edimax Stick oder der integrierte Kontroller beim Pi 3 B - nach geraumer Zeit in den Schlafmodus wechseln und anschließend auch nach dem Wiederaufwachen keine Verbindung mehr zustande kommt, der Pi aber jederzeit erreichbar sein soll, wird dieser Schlafmodus deaktiviert. Generell sind WLan Geräte im Schlafmodus nicht erreichbar, da nicht sichtbar und somit nutzlos.


Deaktivierung Energiesparmodus Edimax EW-7811UN:

Hierzu wird die Datei /etc/modprobe.d/8192cu.conf angelegt und mit Inhalt gefüllt. Da in dieser Linuxpartition mit dem Windows Explorer keine neue Datei per Rechtsklick angelegt werden kann (nur Ordner), kann entweder eine vorhandene Datei kopiert und umbenannt werden oder die Datei wird in Windows angelegt und dort hin kopiert. In dieser Anleitung wird der erste Weg beschrieben.

Im Verzeichnis /etc/modprobe.d/ befindet sich eine Datei mit dem Namen ipv6.conf. Diese wird mit der rechten Maustaste gehalten und ein wenig weg gezogen. Es erscheint ein PopUp, in dem wir "Hierher kopieren" auswählen. Die neue Datei ipv6 - Kopie.conf wird anschließend in 8192cu.conf umbenannt (über Rechtsklick "Umbenennen").

Der Inhalt der Datei ist natürlich falsch und daher die Datei anzupassen. Da der Windows eigene Editor die Zeilenumbrüche in Linux nicht erkennt, wird die Datei per Rechtsklick geöffnet "Öffnen mit" und als Editor WordPad ausgewählt. Der Inhalt wird dann entfernt und durch den folgenden ersetzt:

Code: Alles auswählen

options 8192cu rtw_power_mgnt=0 rtw_enusbss=0
Wichtig hierbei ist, dass sich diese Angaben auf den Chipsatz beziehen, den der Edimax WLan Stick besitzt und andere Sticks evtl. andere Angaben benötigen. Wer mit Monitor, Maus und Tastatur arbeitet, kann den Chipsatz und weitere Infos per dmesg und ifconfig abfragen. Oder man prüft den Chipsatz am Windows PC. Danach die Datei speichern.


Deaktivierung Energiesparmodus Raspberry Pi 3 B Onboard WLan:

Anders als beim Edimax WLan Stick wird beim Raspberry Pi 3 B einfach eine weitere Zeile in die zuvor geänderte Netzwerkkonfiguration eingefügt.
Hierzu wird die entsprechende Datei /etc/network/interfaces erneut bearbeitet und folgende Zeile eingefügt:

Code: Alles auswählen

wireless-power off
Diese Zeile muss für jede WLan Konfig extra eingefügt werden, bei einer "normalen" Pi 3 B Konfiguration reicht aber 1x und das sieht dann so aus:

Code: Alles auswählen

....
auto wlan0
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet dhcp
    wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
wireless-power off
wpa-ap-scan 1
wpa-scan-ssid 1
wpa-ssid "EIGENER-WLAN-NAME"
wpa-psk "EIGENER-WLAN-SCHLÜSSEL"
....
Die 2x 4 Punkte .... bedeuten, dass vor und nach dem Beispiel noch Einstellungen sind, bitte daher nur diese eine Zeile einfügen, die Datei speichern und den Editor verlassen.

Ein Test für die Kontrolle der Deaktivierung des Energiesparmodus folgt später, sobald der Pi hochgefahren ist und läuft.
Ende der Energiespareinstellung.


Jetzt wird die SD Karte aus dem Reader abgemeldet, herausgezogen, in den Pi eingesteckt und dieser dann mit dem WLan Stick versehen (NICHT Pi 3 B !! da WLan bereits onboard) und dem Stromkabel verbunden.

Wurde alles korrekt eingegeben, fährt der Pi hoch und meldet sich automatisch im eigenen WLan an. Dies erkennt man beim Edimax Stick an seiner blauen LED, die nach einiger Zeit an geht und blinkt. Sollte sie nach kurzer Zeit wieder ausgehen, ist keine Verbindung zustande gekommen oder der Stick wurde nicht richtig eingebunden. Die LED blinkt bei korrekter Verbindung gleichmäßig. Werden Daten übertragen, blinkt sie ungleichmäßig, je nach Datentransfer.

Sollte hier etwas schief gelaufen sein, kann man den Pi ohne Monitor und Tatstatur nicht mehr herunterfahren, daher kann es sein, dass nach dem direkten Strom Abziehen das Dateisystem zerschossen wird und man das Image ggf. neu aufspielen muss. Es kann aber auch gut gehen. Daher ist diese Installationsmethode nix für schwache Nerven und auf eigenes Risiko und sollte auch nur dann durchgeführt werden, wenn wirklich kein Monitor und keine Tastatur zur Verfügung stehen oder entsprechende Adapter für deren Anschluss fehlen.


(4) Erster Start des Raspberry Pi und Login mit Putty

Im vorherigen Kapitel wurden die Grundvoraussetzungen für den ersten Start des Raspberry Pis geschaffen und die SD Karte zum Booten mit RASPBIAN versehen.

Da nun aber "nur" ein übertragenes Image auf der SD Karte liegt, folgt in diesem Teil der Anleitung die Grundkonfiguration inkl. der Updates bis zum Zeitpunkt der fertigen Installation.

Wurde Externer Link Putty von der offiziellen Webseite heruntergeladen, reicht ein Doppelklick darauf und das Programm startet sofort, daher wird es am besten irgendwohin verschoben und einen Link auf den Desktop erstellt oder gleich auf den Desktop verschoben.

Wurde das Programm gestartet, wird die Sicherheitswarnung von Windows noch bestätigt und dann sollte folgendes Fenster erscheinen:

Bild

Hier muss beim Port oben rechts "22" stehen und als Connection Type "SSH".

Des Weiteren muss links in der Sektion bei "Window / Translation" das "Remote Character Set" (also den Zeichensatz) auf UTF-8 stehen, damit später in der SSH Session die richtigen Zeichen angezeigt werden, da der Pi nachher selbst mit UTF-8 als Zeichensatz läuft:

Bild

Zurück auf der Sartseite wird nun die IP Adresse für die erste Verbindung eingegeben, da der im Pi angegebene Hostname noch nicht direkt angesprochen werden kann. Dazu muss später erst etwas in der Netzwerkkonfiguration geändert werden. Diese Einstellungen wird noch nicht gespeichert, das folgt dann nach der zuvor genannten Änderung erst später in der Anleitung mit dem Hostnamen.

Um die IP Adresse herauszufinden, wird am einfachsten im Router nachgesehen, da hier der Pi im Normalfall schon angezeigt wird. Hier geschieht das am Beispiel einer FritzBox 7490. Bei den anderen FritzBoxen dürfte das ähnlich aussehen. Bei anderen Routern muss selbst nachgeschaut werden, dort kann sich das unterscheiden. Andernfalls bleibt nur die Möglichkeit per Maus und Tatstaur direkt am Pi tätig zu werden.

Bei den FritzBoxen sieht das dann wie folgt aus, sobald eingeloggt und links auf "Heimnetz / Heimnetzübersicht / Netzwerkverbindungen" geklickt wurde (aktuelle Firmware bei der FritzBox / ältere FW sehen etwas anders aus):

Bild

Um keine feste IP vergeben zu müssen, ist hinten am Ende der Zeile ein Konfigurationsbutton, bei dem nach dem Klick darauf folgende Einstellung anzukreuzen ist: "Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen.". Damit vergibt die FritzBox immer wieder die selbe IP Adresse, sobald der Pi anhand seiner MAC Adresse erkannt wird.

Kann die vom DHCP Server vergebene IP auf diese Art nicht herausgefunden werden, muss dann doch zur Tastatur und Monitor gegriffen und sich eingeloggt werden..
Später, wenn die "raspi-config" Konfiguration fertig ist (da diese nach dem Login automatisch startet), kann die IP Adresse so heraus gefunden werden:

Code: Alles auswählen

ifconfig
In den angezeigten Zeilen steht dann die aktuelle IP Adresse des Pis.

Bild

Es wird nun die herausgefundene IP Adresse in Putty eingegeben und die Verbindung über Open hergestellt.

Bild

Sollte etwas schief gegangen sein oder nicht stimmen, also keine Verbindung hergestellt werden können, erscheint folgende Fehlermeldung:

Bild

Ist alles korrekt angeschlossen und Putty entsprechend wie oben vorbereitet, sollte sich das Konfigurationsfendter von Putty schließen und statt dessen ein Warnhinweis kommen:

Bild

Dieser Hinweis ist ok und kann ignoriert werden, da dies der erste Zugriff auf den Pi ist und Putty noch keinen Sicherheitsschlüssel im Cache hinterlegt haben kann und da wir den Pi ja selbst mit einem Image bespielt haben, sollten wir auf der sicheren Seite sein. Erst wenn diese Meldung irgendwann später beim Verbinden erneut auftreten sollte, sollte man sich Gedanken machen, denn Putty speichert den hier im Bild unkenntlich gemachten Key ab und vergleicht diesen bei jedem Start erneut und meldet Abweichungen mit dieser Meldung.

Daher klicken wir jetzt unten bei der Meldung auf ja und das ebenfalls nebenan aufgegangene Fenster zeigt das Login des Pi:

Bild

Hier geben wir nun den vorgegebenen User "Pi" ein und anschließend das voreingestellte Passwort "raspberry" (ohne die "").
Wer hier zu lange wartet oder mehrfach was falsches eingibt, bekommt von Putty eine Fehlermeldung und fliegt wieder raus. Dann heisst es, Putty beenden, neu starten, Terminal Zeichensatz wieder auf UTF-8 und die IP erneut eingeben, dann wieder auf "Open".

Bild

Beim Tippen des Passworts wird übrigens nichts angezeigt, man muss also "blind" tippen.

Wurde das Passwort richtig eingegeben, befinden wir uns nun in der sogenannten "Shell" (in Windows "Eingabeaufforderung") und können nun alle weiteren Konfigurationen vornehmen.

Bild

Wir sind nun als "einfacher Benutzer" ohne Adminrechte eingeloggt. Das sehen wir u.A. daran, dass der Username "Pi" in grüner Schrift angezeigt wird. Standardmäßig sollte man unter Linux nur mit einem normalen User arbeiten. Sind administrative Tätigkeiten / Befehle auszuführen, stellt man den Befehlen ein "sudo" voran, welcher diese Befehle oder Anwendungen dann mit Administratorrechten ausführt. Der Administrator unter Linux nennt sich "root" und sollte sich aus Sicherheitsgründen von aussen nicht einloggen können. Dazu später mehr.


Info:
Nur bei WLan Nutzung wichtig:
Bevor nun mit der weiteren Konfiguration von Raspbian fortgefahren wird, kann hier der zuvor deaktivierte WLan Energiesparmodus überprüft werden.

Wie die aktuelle Einstellung aussieht, erfährt man durch den Befehl

Code: Alles auswählen

iwconfig
Dies sieht bei einer Standardkonfiguration ohne Deaktivierung dann evtl. so aus:

Bild

Hier ist also der aktivierte Energiesparmodus zu sehen, der noch nicht oder nicht erfolgreich abgeschaltet wurde.
Dann ist die Konfiguration zu prüfen und ggf. nochmal Schritt für Schritt durchzugehen und anzupassen (siehe oben bei der WLan Konfig).

Stimmt hingegen alles oder wurde die Konfig wie oben angepasst, sollte das in etwa so aussehen:

Bild

Nun folgen weitere Einstellungen und Anpassungen des Systems.


(5) Konfiguration mit Raspi-Config

Um weiter zu machen, sollte zuerst die Paketliste aktualisiert und neu eingelesen werden.
Dies ist generell sinnvoll, bevor neue Programme oder Pakete installiert werden.

Dies erfolgt hiermit:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade
Dies dauert vor allem beim ersten Mal einige Zeit und zwischendurch wird gefragt, ob man fortsetzen möchte, sofern Updates anstehen. Dies dann mit y für yes bestätigen (Deutsch ist noch nicht konfiguriert, folgt später). Es laufen nun viele Zeilen durch und wenn die Prozedur abgeschlossen ist, erscheint wieder die Eingabeaufforderung. Sollten Fehler angezeigt werden, sollte man diese zuerst lösen, da es später immer schwieriger wird, diese (wieder) zu finden.

Raspbian und Raspbian Lite besitzen eine eigene Konfigurationsumgebung im Textmodus, in der verschiedene Einstellungen vorgenommen werden.

Der Befehl für den Aufruf lautet:

Code: Alles auswählen

sudo raspi-config
1 Expand Filesystem
Nun erscheint das interne Konfigurationsprogramm und man kann gleich den ersten Menüpunkt mit der Entertaste bestätigen, welcher das zuvor übertragene Image auf die komplette SD Karte ausbreitet. Das Image belegt nur den Platz einer kleinen Karte. Wer 8 GB oder mehr Platz auf der Karte hat, möchte normal den gesamten Speicher nutzen. Dieser Punkt passt die Partition an die Kartengröße an.

Bild

Es wird vom System kurz wieder in den Eingabemodus umgeschaltet, und kurz ein paar Texte und im Anschluss eine Bestätigung angezeigt:

Bild

Hier wird darauf hingewiesen, dass die Partitionsangaben geändert wurden und die Vergrößerung der Partition beim nächsten Neustart ausgeführt wird. Hier mit "Ok" bestätigen (einfach Enter drücken). Das System wird aber noch nicht neu gestartet sondern gleich zum nächsten Punkt gegangen.

2 Change User Password
Da das Passwort des Users "Pi" allgemein bekannt ist, wird hier gleich ein neues vergeben.

Es erscheint der Hinweis, dass man nun aufgefordert werde, das Passwort zu ändern. Nach einem Bestätigen mit Ok kommt auch schon die Passwortabfrage. Hier 2x das neue gewünschte Passwort eingeben und das Programm bestätigt die Änderung mit einem neuen Fenster. Dies wiederum mit Ok bestätigen und man gelangt zurück ins Hauptmenü.

3 Boot Options
Hier kann man einstellen, ob man in die Textkonsole booten will oder die grafische Oberfläche gestartet werden soll, wenn man den Pi neu gestartet hat. Dabei gibt es 3 Optionen im neuen Fenster (im aktuellen Image wurde das Menü ein wenig umstrukturiert):

B1 Desktop / CLI (Auswahl ob Textkonsole oder grafische Umgebung)

Wurde dieser Punkt ausgewählt, erscheinen wie in den vorherigen Images die 4 nachfolgenden Optionen:
(leider wurden die Unterpunkte ebenfalls wieder B1 .... benannt)

- B1 Console (Textkonsole mit Loginabfrage)
- B2 Console Autologin (Textkonsole mit automatischem Login als User "Pi")
- B3 Desktop (grafische Umgebung mit Loginabfrage)
- B4 Desktop Autologin (grafische Umgebung mit automatischem Login als User "Pi")

Wer sich mit Putty auf den Raspberry Pi verbindet, kann nur B1 und B2 nutzen, bei B3 und B4 wird man nichts sehen, da Putti keine grafische Oberfläche abbilden kann. Standard ist hier B1. Wer dennoch per Fernsteuerung auf den Pi grafisch zugreifen möchte, muss entweder per VNC oder Remote Desktop Verbindung darauf zugreifen. Letzteres geht z.B. unter Windows 10 mit der eigenen RDP Funktion in Verbindung mit dem Paket xrdp unter Raspbian. Ein VNC Server ist übrigens im Image vorhanden und kann ebenfalls aktiviert werden, erfordert aber unter Windows einen extra Client.

Da das Image etwas verändert wurde und nun nicht mehr in die Textkonsole mit Loginabfrage, sondern automatisch in die grafische Oberfläche gebootet wird, sollte man hier auf jeden Fall die gewünschte Option nochmals aktivieren.

B2 Wait for Network at Boot
Es erscheint neuerdings nur noch die Frage, ob beim Booten auf eine Netzwerkverbindung warten möchte, was mit Yes/No zu beantworten ist.

B3 Splash Screen
Dies ist die Abfrage, ob beim Booten ein grafisches Bild oder der reine Textmodus angezeigt werden soll (Yes/No).

4 Internationalisation Options
An diesem Punkt muss man aufpassen, da man sich sonst Probleme einhandelt, wenn man nicht an der richtigen Stelle zwischen den Optionen neu bootet. Dieser Zwischenschritt ist notwendig, da man sonst nicht alle Punkte korrekt einstellen kann und nur Fehlermeldungen erhält. Daher geht es wie folgt weiter:

Den Punkt 4 also auswählen und mit Enter öffnen.

Bild

Es erscheinen 3 Menüpunkte. Zuerst "I1 Change Locale" wählen und mit Enter bestätigen.
Es dauert ein paar Sekunden, dann erscheint folgendes Fenster:

Bild

In diesem Fenster mit den Cursortasten soweit herunter scrollen, bis die im Bild zu sehende Option erscheint (de_DE.UTF-8 UTF-8) und diese mit einem Stern markieren (Leertaste). Dann weiter runter scrollen, bis diese Option erscheint:

Bild

Dort die Option en_GB.UTF-8 UTF-8 rausnehmen (Stern weg mit Leertaste), da das System komplett in deutsch umgestellt wird und UK Englisch nicht benötigt wird.
Wie man später feststellen wird, werden nicht ins Deutsch übersetzte Texte automatisch englisch dargestellt, auch wenn in den Einstellungen Deutsch als Hauptsprache eingestellt wurde.

Wer möchte, kann die englische Sprache natürlich installiert lassen und diese als Hauptsprache im Folgenden aktivieren. Dann bleiben alle Ausgaben in der Konsole weiterhin englisch.

Dann unten mit Ok bestätigen.
Nun erscheint ein neues Fenster, in dem gefragt wird, welche Sprache als Hauptsprache verwendet werden soll. Hier auch wieder "de_DE.UTF-8" wählen und mit Enter bestätigen.

Bild

Nun wird wieder automatisch in den Eingabemodus umgeschaltet und es dauert einige Sekunden, bis angezeigt wird, dass die gewählte Sprache konfiguriert wird. Anschließend springt das System wieder ins Hauptmenü der von Raspi-Config zurück.

Hier scheint sich nun grafisch etwas verändert zu haben. Die Rahmen, die zuvor korrekt angezeigt wurden, sind nun mit seltsamen Zeichen versehen. Das ist völlig normal und korrigiert sich nach dem nächsten Neustart automatisch.

Bild

Das ist nun der Punkt, wo der Neutstart dringend gemacht werden soll, damit die bisherigen Änderungen durchgeführt und diverse sonst kommende Fehler vermieden werden werden, z.B. lässt sich die Tastatur oft noch nicht ändern und/oder es folgen Fehlermeldungen wegen fehlender Spracheinstellungen, die nur beim Hochfahren neu geladen werden.

Hier mit der TAB Taste den Cursor zum Finish bewegen und mit Enter bestätigen.

Nun wird Raspi-Config verlassen und man landet wieder in der Eingabeaufforderung.

Sollte aber stattdessen ein Fenster mit der englischen Frage erscheinen, ob neu gebootet werden soll, wird dies mit Yes beantwortet.

Erscheint dieses Fenster nicht, wird der Raspberry Pi mit folgendem Befehl neu gestartet:

Code: Alles auswählen

sudo reboot
Die grüne LED des Raspberry Pi Zeros fängt nun an hektisch zu blinken, er startet also neu. Das Terminalfenster von Putty wirkt nun wie eingefroren, es reagiert also korrekterweise auf nichts mehr, da die Verbindung getrennt wurde.

In manchen fällen erscheint dann ein Fenster mit einer Fehlermeldung, die darauf hinweist, dass die Verbindung getrennt wurde, die dann per Mausklick bestätigt wird.

Das ist aber ok, der Pi wurde ja neu gestartet und damit die Verbindung zu Putty getrennt. Putty weißt nur darauf hin, dass der "Server" plötzlich weg war, was ja auch stimmt. Ob das beabsichtigt war oder nicht, kann Putty nicht erkennen.

Beim Schreiben dieser Anleitung blieb das Terminalfenster jedoch ohne Fehlermeldung stehen.

In beiden Fällen braucht man Putty aber nicht zu schließen (sonst wird die Eingabe der IP nach einem erneuten Start notwendig), sondern es wird im Falle ohne Fehlermeldung einfach 1x Enter gedrückt und dann erscheint die oben genannte Fehlermeldung.
Erschien die Fehlermeldung automatisch und wurde manuell bestätigt, kann man das einmalige Enter weglassen.

Nun wird mit der rechten Maustaste auf den oberen Rand geklickt und im dann erscheinenden PopUp Fenster die Zeile "Restart Session" angeklickt und sofort erscheint wieder das Login, bei dem nun wieder "pi" als User eingegeben wird.

Wichtig: Hier das NEUE Passwort eingeben, welches zuvor in Raspi-Config neu eingegeben wurde !!

Die Eingabeaufforderung erscheint und man sieht darüber u.A. den Zeitpunkt des letzten Logins.

Nun wird in Raspi-Config erneut gestartet:

Code: Alles auswählen

sudo raspi-config
Es folgt die Fortsetzung der Spracheinstellungen von zuvor.

Wie man sieht, stimmt die Anzeige wieder und die seltsamen Rahmenzeichen sind wieder verschwunden.

Zunächst mit den Cursortasten wieder den Punkt "4 Internationalisation Options" markieren und mit Enter öffnen.
Den hier folgenden Punkt "I1 Change Locale" wurde bereits vor dem Neustart komplett erledigt, womit nun Punkt "I2 Change Timezone" ausgewählt und mit Enter geöffnet wird.

Hier wird im Folgenden auch sichtbar, dass nun einige Texte bei den Erklärungen und die Menüpunkte in deutscher Sprache erscheinen. leider trifft das nicht auf das gesamte System zu, sondern nur dort, wo die Texte auch in Deutsch vorliegen. Soll alles in Englisch bleiben, kann man das wieder - wie weiter oben beschrieben - auf englisch zurückstellen, indem englisch wieder aktiviert und als Hauptsprache eingestellt wird (statt Deutsch).

Bild

Nach ein paar Sekunden erscheint ein neues Fenster, bei dem "Europa" ausgewählt und mit Enter bestätigt wird.

Bild

Direkt im Anschluss folgt die Auswahl für die Stadt der Zeitzone, hier wird dann Berlin ausgewählt und mit Enter bestätigt:

Bild

Nun ist die Zeitangabe korrekt eingestellt, was auch kurz im Terminalfenster zu sehen ist. Danach springt das Konfigurationsprogramm wieder zurück ins Hauptmenü.

Normalerweise käme jetzt noch folgender Punkt mit der Tastaturumstellung auf die deutsche Sprache, wenn man wieder in den Sprachbereich bei Punkt 3 des Hauptmenüs wechselt:

Bild

Jedoch hat dieser Menüpunkt bei einer SSH Verbindung (also Fernzugriff mit Putty) keine Funktion. Man kann ihn zwar ausführen aber es erfolgt keine Auswahl der Sprache oder des Tastaturlayouts. Es erscheint nur kurz im Hintergrund eine Meldung, das irgendeine eine Funktion nicht mehr unterstützt wird und es wird wieder ins Raspi-Config Menü zurückgeschaltet.

Jedoch ist dieser Schritt auch nicht unbedingt erforderlich, denn ein Test in der Eingabeaufforderung zeigt, dass die Tastatur bereits automatisch auf Deutsch umgestellt wurde und somit nichts weiter getan werden muss.

Wer jedoch trotzdem feinere Einstellungen hier vornehmen möchte, muss zwangsweise eine Tastatur und einen Bildschirm anschließen, denn dann funktioniert dieser Menüpunkt wieder. Ansonsten alles so lassen, wie es ist.

Neu ist seit Kurzem der neue Punkt "Change Wifi-Country":

Bild

Da der Pi 3 B nun eine WLan Karte onboard hat (die übrigens identisch mit dem offiziellen WLan Stick von der RaspberryPi.org sein soll), wurde hier die Möglichkeit gegeben, das Land auszuwählen, in welchem man WLan einsetzt. Das hat wohl mit Standards und Gesetzen zu tun.
Hier ist für Deutschland DE Germany auszuwählen und zu bestätigen:

Bild

Danach folgt noch ein Fenster mit der Bestätigung der Änderung.

5 Enable Camera
Wird die Kamera der Raspberry Pi.org genutzt, kann diese hier aktiviert werden. Im darauffolgenden Fenster ist einfach auf Enable zu gehen und zu bestätigen.

6 Overclock
Dieser Bereich deckt das Übertaktungspotential des Pi ab. Hier können diverse Übertaktungen vorgenommen werden.

Der Pi 3 B kann nicht übertaktet werden, die Auswahl bringt eine entsprechende Meldung !!

Für den Pi Zero liegen aktuell keine Infos für die Anleitung vor, dies wird später nachgetragen.

Wer einen Pi 1 oder Pi 2 installiert, kann jedoch die gewünschte Einstellung vornehmen. Die Raspberry Foundation soll angeblich diese Übertaktung beim Pi 1 bis 1000 MHz freigegeben haben aber ich übernehme hier weder Garantie, Haftung oder sonstwas. Daher - wie immer - auf eigenes Risiko !!

7 Advanced Options
Dieser Bereich ist ein wichtiger Bereich, der in verschiedene Unterbereiche aufgeteilt ist.

Bild

Leider hat das Konfigurationssystem die Angewohnheit nach jedem Ändern einer Option wieder ins Hauptmenü zurückzuspringen. Daher nicht wundern, wenn man sich dort wieder befindet, das ist normal. Daher danach einfach wieder in den Menüpunkt 9 wechseln und dort den nächsten gewünschten Punkt auswählen.

Darin befinden sich folgende Unterpunkte:

Bild

Da nicht alle Menüpunkte auf dem Bild sichtbar sind, sondern gescrollt werden muss, folgen hier noch die restlichen 3 Menüpunkte:

Bild

A1 Overscan
Wer bei seinem Monitor ein Overscan benötigt, kann das hier aktivieren.

A2 Hostname
Hier ist ein wichtiger Punkt für das Netzwerk. Hier wird der Name des Pis vergeben und dieser dient auch dazu, im Netzwerk gefunden zu werden.
Nach der Auswahl des Punktes erfolgt ein Hinweis, dass nur bestimmte Zeichen bei der Eingabe verwendet werden dürfen.
Nach Bestätigung dieser Meldung mit der Enter Taste erhält man das Eingabefenster:

Bild

Hier ist der Name "raspberrypi" bereits eingetragen. Man kann ihn aber ändern zu was man möchte. Dieser Name wird später noch einmal benötigt, daher merken oder notieren, falls man ihn ändert.
Nach der Bestätigung des neuen Namens oder beim Abbruch mit "Abbrechen" gelangt man wieder im Hauptmenü.
Daher wieder ins "Advanced Options" Menü wecheln.

A3 Memory Split
Unter diesem Punkt wird festgelegt, wie viel Speicher die Grafikeinheit bekommt. Der Rest gilt dann als Hauptspeicher.
Voreingestellt sind 0 MB als Grafikspeicher. Für reinen Serverbetrieb kann 16 MB eingestellt werden, für die grafische Oberfläche sind min. 32 MB ratsam. Wer will, kann natürlich mehr zuweisen aber bedenken, dass je mehr der Grafik zugewiesen wird, desto weniger steht dem System zu. Das kann beim Pi 1 Rev. A sehr eng werden (256 MB gesamt).
Der Pi B Rev 1 hat ebenfalls nur 256 MB, der Pi B Rev 2 und Pi B+ Rev 2 haben 512 MB und der Pi 2 und P 3 dürfen sich über 1024 MB RAM freuen.
Ob der Wert 0 gelassen werden kann, ist noch nicht sicher. Evtl. verwaltet Raspbian dann selbst die Zuordnung, das aber ohne Gewähr. Als Beispiel beginnt Raspi-Config aber erst ab 16 MB.

A4 SSH
Dies ist der externe verschlüsselte Zugang übers Netzwerk und muss in diesem Modus aktiviert bleiben. Wer rein nur über Tastatur und Monitor arbeitet und keinen Netzwerkzugriff benötigt, kann diesen Punkt natürlich deaktivieren. Alle anderen lassen ihn aktiviert. Standard ist hier auch aktiviert. Wer hier Änderungen vornimmt, wird gefragt, ob man das wirklich möchte, dann geht's kurz in den schwarzen Bildschirm, wo man die Änderung kurz beobachten kann und dann wieder ins Hauptmenü.

A5 VNC
Hierbei handelt es sich um einen VNC Server, der einen sogenannten Remote Access Zugriff auf das grafische System erlaubt.
Dies ist eine Art Fernzugriff wie über Putty mittels SSH. Während der Zugriff über Putty rein auf Textbasis funktioniert, wird über VNC die Verbindung auch über das Grafiksystem des Raspberry Pis hergestellt. Man sieht also alles auf einem anderen PC mittels dort benötigtem VNC Client, was man auch sehen würde, wenn man direkt vor dem Monitor am Raspberry Pi sehen würde. Alternativ kann man diesen grafischen Zugriff auch über das Debian Paket XRDP herstellen und z.B. die in Windows 10 vorhandene Remote Access Funktion herstellen.
In diesem Menüpunkt geht es jedoch rein um die VNC (Virtual Network Connection / Virtuelle Netzwerk Verbindung). Hierfür wird - wie erwähnt - auf dem Steuerungsrechner ein VNC Client (extra Software) benötigt.

A6 SPI
Der Raspberry Pi hat eine SPI Schnittstelle onboard. Hier kann sie ein- und ausgeschaltet werden. Die jeweilige Änderung wird in einem Fenster nochmals abgefragt. Danach bekommt man dies nochmal bestätigt. Wenn man die Meldung dann selbst mit Enter bestätigt (und hat die Funktion eingeschaltet), wird man gefragt, ob diese SPI Kernel Funktion bereits beim Hochfahren aktiviert werden soll. Danach kommt wieder eine Bestätigung und danach das Hauptmenü. Eine Änderung ist erst nach einem Neustart aktiv.

A7 I2C
Der Raspberry Pi hat ebenfalls eine I2C Schnittstelle onboard.
Rest identisch wie bei A6 SPI.

A8 Serial
Bei diesem Punkt aktiviert oder deaktiviert man den seriellen Zugang zum zur Shell des Pi (statt Monitor oder SSH).
Es folgt die übliche Bestätigung.

A9 Audio
Hier kann man wählen, über welchen Weg die Audioeinheit des Pi den Ton ausgeben soll:

Bild

Nach Auswahl gelangt man direkt ins Hauptmenü.

AA 1-Wire
Bei diesem Menüpunkt wird das "1-Leitung-Interface" de-/aktiviert.

AB GPIO Server
Die hier de-/aktivierbare Option wird dazu genutzt, um den GPIO Port per internen Server über das Netzwerk zu steuern.

AC GL Driver
Unter diesem Menüpunkt kann man für die grafische Oberfläche einen experimentellen Grafiktreiber aktivieren.
Bei Jessie Lite hat dieser Menüpunkt keine Funktion, da hier außer einem Minimalsystem nichts installiert ist.

A0 Update
Auch das Konfigurationsprogramm bietet eine Updatefunktion.
Jedoch scheint es identisch mit dem oben genannten "sudo apt-get update" Befehl zu sein.
Lediglich erscheint zusätzlich die Meldung, ob "Raspi-Config" upgedated wurde oder nicht. Danach folgt eine 5sekündige Pause und man landet wieder im Hauptmenü.

Damit wären die "Advanced Options" durchgearbeitet.

Als letzten Menüpunkt in der Konfiguration bleibt nur noch folgender:

9 About raspi-config
Hier wird nochmals die Funktion dieses Tools erwähnt und ein Hinweis, dass sich diverse Punkte je nach Anpassung des Systems ändern können.

Bild

nach der Bestätigung geht es wieder zurück ins Hauptmenü.

Beendet wird diese Konfiguration mit "Finish".

Bei tieferen Änderungen im System wird man u.U. gefragt, ob man neu booten möchte. Dies bestätigen und - wie weiter oben schon einmal beschrieben - warten, bis das nervöse Blinken der Raspberry Pi LED aufgehört hat und dann die Fehlermeldung wegen Verbindungsabbruch bestätigen oder, falls keine Fehlermeldung kommt, 1x Enter drücken und dann die Fehlermeldung bestätigen.
Danach wieder mit der rechten Maustaste oben am Fensterrand "Restart Session" anklicken und erneut mit den bekannten Daten einloggen.


(6) Anpassen der "Hosts" Datei
Damit später der Pi im Netzwerk statt mit der IP Adresse auch mit dem im "Hostnamen" (hier "raspberrypi") angesprochen werden kann, muss auf dem Pi in der Datei "Hosts" eine Änderung vorgenommen werden. Diese Datei ermöglicht die Verknüpfung von IP Adressen zu Namen, damit nicht immer nur die IP Adressen gemerkt und eingegeben werden müssen.

Hierzu dient folgender Befehl:

Code: Alles auswählen

sudo nano /etc/hosts
"Nano" ist ein Editor unter Debian / RASPBIAN wie z.B. vi oder vim.

Es öffnet sich ein Editorfenster mit folgendem Inhalt:

Bild

Hier muss die IP Adresse vor dem Namen "raspberrypi" geändert werden:

Bild

Es wird also die vorangestellte IP Adresse mit der zuvor in Putty verwendeten überschrieben.
Gespeichert wird das Ganze mit <Strg>-<O> und Nano fragt nach dem Namen. Dieser ist vorgegeben und kann mit Enter bestätigt werden.
Beendet wird Nano mit <Strg>-<X>. Man kann aber auch einen kürzeren Weg gehen: Einfach direkt <Strg>-<X> drücken und Nano fragt nach, ob man speichern möchte. <J> für "Ja" drücken und man erhält wieder die Frage nach dem Namen und bestätigt mit Enter.

Es kann vorkommen, dass der Pi trotzdem nicht unter seinem Namen angesprochen werden kann, weil evtl. kein DHCP Server im Netz ist, ein Router das nicht auflöst oder, ....

Dafür gibt es z.B. unter Windows ebenfalls eine Datei namens "Hosts". Dort kann man die selbe Eingabe (IP Name) eintragen und nach einem Neustart von Windows sollte es dann ebenfalls funktionieren. Das mit der Hosts auf dem Pi gilt für das ganze Netzwerk, die Hosts auf dem PC mit Windows nur auf diesem einen PC. Sollte Ersteres funktionieren, braucht man Zweiteres nicht. Zweiteres muss im anderen Fall dann auf jedem PC erfolgen, mit dem auf den Pi per Namen zugegriffen werden soll.

Damit das ganze auch funktioniert, erfolgt ein Neustart.

Code: Alles auswählen

sudo reboot
Danach - wie üblich - wieder einloggen.

Um zu testen, ob die Änderung funktioniert hat, kann unter Windows in der Eingabeaufforderung folgender Befehl abgesetzt werden:

Code: Alles auswählen

ping raspberrypi
Das sollte dabei rauskommen, wenn alles funktioniert:

Bild


(7) Dauerhafte Konfiguration von Putty

hierzu wird diesmal die Verbindung zum Raspberry Pi unterbrochen:
Danach Putty beendet und neu gestartet, damit wir wieder das leere Hauptfenster bekommen.

Zuerst wird wieder links im Menü unter "Window / Translation" UTF-8 ausgewählt und auf der Hauptseite (Session) oben statt der bisherigen IP Adresse der Name des Pi "raspberrypi" eingetragen. Des Weiteren wird ein Name für das Profil zum Speichern benötigt. Eine Idee wäre hier z.B. "Raspberry Pi" (oder was man halt möchte) im Feld "Saves Sessions".
Um das für die Zukunft festzuhalten erfolgt die Speicherung rechts durch Klick auf den entsprechenden Button.

Bild

Nach der Speicherung rutscht der Profilname aus dem Eingabefeld ins untere Fenster unter "Default Settings". Ein Klick auf "Open" ganz unten startet nun wie gehabt wieder den Verbindungsaufbau.

Sollte alles passen, baut Putty die Verbindung auf und bringt eine altbekannte Warnmeldung zum Vorschein. Wie zu Beginn beim ersten Verbinden weißt Putty darauf hin, dass etwas mit dem Zertifikat nicht stimmt (siehe weiter oben in der Anleitung). Beim 1. Mal wurde die Meldung gebracht, weil der Pi noch nie mit Putty verbunden wurde und somit keine Zertifikatsprüfung und -Speicherung stattfand. Diesesmal wird eine Änderung bemerkt, nämlich die des Namens. Wir haben zuvor den Pi mit der IP Adresse angesprochen, die dann in Putti hinterlegt wurde. Nun sprechen wir den Pi per Namen an und dieser ist für Putty neu. Putty erkennt zwar den Pi anhand weiterer Merkmale wieder, erwartet aber nach wie vor die IP Adresse und bemängelt (zu Recht) diese Veränderung. Es könnte sich ja um einen Angreifer oder untergejubelten Server handeln.

Da wir diese Änderung aber selbst vorgenommen haben, können wir die Abfrage mit "Ja" bestätigen und gelangen so wieder zum Login des Pi. Putty speichert den neuen Namen und fragt in Zukunft nicht mehr bez. einer evtl. vorhandenen Gefahr, solange bis sich hier wieder was ändert.

Nach dem Login kann man wieder weiter agieren bis zum Logoff.

Das Ausloggen aus dem Pi erfolgt durch ein simples "exit" in der Eingabezeile. Auch Putty wird zeitgleich geschlossen.

Wenn man nun Putty startet, kann man direkt einen Doppelklick auf den Namen in der Liste machen oder mit einem einfachen Klick markieren, rechts auf "Load" klicken und dann unten auf Open. Ein Doppelklick auf den Namen dürfte aber das Einfachste sein.

Um ein Profil zu editieren, muss man die "Load" Variante nehmen, die Änderungen durchführen und per "Save" wieder sichern.

Um den Pi neu zu starten oder herunterzufahren gibt es die beiden folgenden Befehle:

Code: Alles auswählen

sudo reboot (Neustart)
sudo shutdown (Herunterfahren)
Um in der Shell länger im Adminmodus zu arbeiten kann man auch "sudo su" eingeben. Dann kann man sich das "sudo" vor jedem Befehl sparen. Es wird aber allgemein aus Sicherheitsgründen davon abgeraten.


(8) Login Benutzer Root deaktivieren

Ein weiterer Sicherheitspunkt ist das Deaktivieren des Benutzers "Root", der systemweit alle Rechte hat. Damit hier niemand eine Angriffsfläche hat, wird dieser Benutzer deaktiviert. Man loggt sich in Zukunft also als normaler User ein (hier z.B. als "pi") und wechselt bei Bedarf auf Rootrechte z.B. mit sudo (daher auch zuvor immer sudo vor den Befehlen).

Hinweis:
Bitte darauf achten, dass ein anderer Benutzer vorhanden ist, der Rootrechte übernehmen kann, damit man sich nicht komplett aussperrt.


Um diesen Schritt durchzuführen, muss die Datei /etc/ssh/sshd_config bearbeitet werden:

Code: Alles auswählen

sudo nano /etc/ssh/sshd_config
Dort wird der Parameter

Code: Alles auswählen

PermitRootLogin without-password
in

Code: Alles auswählen

PermitRootLogin no
geändert.

Damit die Einstellung auch vom System übernommen und der Root Zugang gesperrt wird, muss der SSH Dienst neu gestartet werden:

Code: Alles auswählen

sudo /etc/init.d/ssh restart
Abschließend noch ausloggen und einen Test durchführen, ob der Zugang wirklich gesperrt ist.


(9) Installation von mc (Midnight Commander)

Wer den alten Norton Commander von früher noch kennt, wird den mc lieben, denn das ist eine Nachbildung vom Selbigen. Er erleichtert das Navigieren im System und bringt einen Viewer mit und öffnet bei Bedarf den Editor Nano. Zudem sind ein paar Goodies dabei, wie z.B. Rechtevergabe, Link Behandlung, Dateien kopieren, löschen, usw.

Zum Installieren des mc sind folgende Befehle auszuführen:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get install mc
Man wird wieder gefragt, ob man fortfahren möchte und nach Bestätigung wird der mc übertragen und alles was benötigt wird.

Nach der Installation startet man den mc einfach mit "mc" oder wenn man Rootrechte braucht, "sudo mc".
Letzteres ist wichtig, wenn man Dateien bearbeitet, die Rootrechte voraussetzen und ohne sudo eine Fehlermeldung ausgeben.

Beim 1. Aufruf mit "sudo mc" erscheint evtl. eine Fehlermeldung und Abfrage bezüglich des voreingestellten Editors.
Hier wählt man den Editor seiner Wahl und mit dem Vorschlag "Nano" fährt man sicherlich nicht schlecht.
Daher hier [2] Bestätigen und beim nächsten Aufruf ist alles ok und die Meldung verschwunden.

Bild

Der mc startet übrigens immer in dem Verzeichnis, in dem man sich davor befand und kehrt danach auch wieder dahin zurück, wenn man ihn beendet (<F10>), auch wenn man mit dem mc das Verzeichnis inzwischen gewechselt hat.

Hier ein Beispiel, wie der mc die Datei /etc/hosts in seinem Viewer anzeigt (<F3>):

Bild

In diesem Modus kann er allerdings nur anzeigen.
Um mit dem mc auch Dateien editieren zu können, muss statt <F3> die Taste <F4> gedrückt werden, die den bekannten Editor Nano aufruft.


(10) Kernel Update / Update von vorherigem Image

Die beiden Befehle update und upgrade wurden bereits am Anfang vorgestellt und aktualisieren die Paketliste:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade
Hier sind beide Befehle hintereinander aufgeführt und werden so auch nacheinander (durch das "&&" verknüpft) ausgeführt. Es empfiehlt sich zumindest den ersten Befehl immer vor einer Paketinstallation durchzuführen.

Möchte man jedoch den Kernel (quasi der Grundbaustein von Linux) und im Fall des Raspberry Pis auch die Firmware (die liegt nicht wie üblich auf der Platine in einem Baustein, sondern wird auf der SD Karte gespeichert) updaten, muss man einen extra Befehl eingeben:

Code: Alles auswählen

sudo rpi-update
Wichtig für Debian Lite:
Dieser Befehl ist ein Zusatz, der nicht von Debian stammt (siehe auch weiter unten). Im aktuellen normalen Raspbian Image wurde alles Nötige bereits in das Image integriert. Bei der abgespeckten Raspbian Lite Version JEDOCH NICHT !!
Hier muss man diese Funktion manuell hinzufügen:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade
sudo apt-get install rpi-update
sudo curl -L --output /usr/bin/rpi-update https://raw.githubusercontent.com/Hexxeh/rpi-update/master/rpi-update && sudo chmod +x /usr/bin/rpi-update
Danach sollte der Befehl aber vorhanden sein und funktionieren. Sollten J/N Abfragen erscheinen, sind diese mit "J" zu bestätigen.

Wer nach einem rpi-update Probleme bekommt, sollte die Anleitung wiederholen und den letzten Befehl weglassen, bis eine Lösung existiert. Manchmal hat man etwas installiert oder angeschlossen, was vom neuen Kernel noch nicht unterstützt wird, was ggf. im alten Kernel noch funktionierte. Bisher kann ich für meinen Teil nichts Negatives durch die Ausführung feststellen, kann aber auch nichts garantieren. Generell ist das keine Problematik dieser Erstinstallation, sondern dieser Befehl wird meist dann angewendet, um neue Funktionen zu erhalten.

Generell wird dazu geraten, solche Kernelupdates nur dann zu machen, wenn nötig, also neue Funktionen des neuen Kernel gebraucht werden.
Wie bereits genannt, kann es aber auch Probleme geben, wenn z.B. benötigte Funktionen wegfallen oder andere sich nicht mit der alten Konfiguration funktionieren.

Dieser Befehl stammt übrigens nicht direkt aus dieser Debian Umgebung, sondern ist ein sogenannter "Raspberry Pi firmware updater" und stammt von einem in der Szene bekannten Coder Namens "Hexxeh" und enthält Erweiterungen von "AndrewS" und "Dom" (steht auch so nach dem Start im Text). Ist die Firmware aktuell, wird das auch geprüft, angezeigt und es geschieht nichts weiter.

Nach Abschluss der letzten Aktualisierung wird man zum Neustart aufgefordert.

Code: Alles auswählen

sudo reboot
Soll das Image nicht neu installiert werden, sondern nur ein Update einer bestehenden Installation eines älteren Images erfolgen, schlägt die Raspberry Pi Foundation folgende Befehle vor:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade
sudo apt-get install -y pprompt
Danach muss ebenfalls rebootet werden.

Code: Alles auswählen

sudo reboot

Fortsetzungen, Korrekturen, Änderungen möglich ....

Copyright © 2017 by RasPiFun.de
;) Gruß Outi :D


Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » Mi 30. Nov 2016, 18:23

Da das aktuelle Image nicht mehr nach der alten Anleitung direkt über SSH konfiguriert werden kann, wurde die Anleitung heute an die neuen Gegebenheiten angepasst und SSH wieder aktiviert.

Weil ein Zugriff extern so nicht mehr möglich ist, muss die SSH Funktion noch vor dem ersten Booten direkt auf der SD Karte unter Windows aktiviert werden, bevor die SD Karte aus dem Cardreader entnommen und in den Raspberry Pi eingesteckt wird.
Dies wurde in der Anleitung berücksichtigt und angepasst.

Neben der standardmäßigen Deaktivierung von SSH wurde auch von vorne herein auf automatischen Boot auf die neue grafische Oberfläche "Pixel" umgestellt und im Image festgehalten.
Wer dies nicht benötigt, sollte es ebenfalls über raspi-config wieder umstellen.
;) Gruß Outi :D


tkads
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: Sa 3. Dez 2016, 10:32
RasPis: 3

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von tkads » Sa 3. Dez 2016, 10:34

Tolle Anleitung!!!
Das mit dem ssh File war fuer mich neu und Dein Hinweis hat mir extrem geholfen :-)

Vielen Dank!


Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » So 4. Dez 2016, 01:25

Hallo tkads,

vielen Dank für das Lob und freut mich, dass der Hinweis geholfen hat.
;) Gruß Outi :D


gwaag
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: Sa 24. Dez 2016, 05:59

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von gwaag » Sa 24. Dez 2016, 06:03

Hallo,
super Anleitung, jedoch kann ich mich nicht mit putty verbinden.
was mach ich falsch?
Auch wlan geht nicht, pingen geht.

gruss
gwaag


Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » Sa 24. Dez 2016, 10:31

Hallo gwaag,

willkommen im Forum.

Heute ist es etwas ungünstig, was Analyse angeht (Heilig Abend).
Ich kann Dir auf die Schnelle nur raten, geh nochmal alles Schritt für Schritt durch und poste mal, was Du für Hardware hast.

Sollte es nach wie vor nicht klappen, schauen wir uns das nach den Feiertagen mal genauer an.

Bis dahin hilft evtl., wenn Du testweise mal Tastatur und Monitor anschließt.
;) Gruß Outi :D


gwaag
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: Sa 24. Dez 2016, 05:59

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von gwaag » Sa 24. Dez 2016, 15:18

Ja ok vrsuche es weiter.
Danke und schoene Feiertage.
gruss
gwaag


Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » So 25. Dez 2016, 16:45

Nochmal, bitte nenne Deine Konfiguration.

Welcher Pi, welche WLan Karte, welches Raspbian Image, wie vorgegangen ??
;) Gruß Outi :D


Themenstarter
Outi
Administrator
Administrator
Beiträge: 52
Registriert: Fr 13. Feb 2015, 22:24
RasPis: 10
Kontaktdaten:

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Outi » Mo 26. Dez 2016, 16:31

Noch was:

hast Du auch vor dem 1. Booten die leere Datei "ssh" in der Bootpartition angelegt (sonst ist kein Putty Zugriff möglich, da SSH deaktiviert) ??
WLan am besten nachher per Putty konfigurieren, wenn Du SSH wieder aktiviert hast.
;) Gruß Outi :D


Antonthebuilder
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: Sa 21. Jan 2017, 22:30
RasPis: 1

Re: Raspberry Pi installieren: RASPBIAN Jessie (+Lite)

Beitrag von Antonthebuilder » Sa 21. Jan 2017, 22:38

Eine Frage: es funktioniert alles einwandfrei solange ich mit dem LAN Kabel am rsp hänge.
Sobald ich jedoch das LAN Kabel entferne und nur mehr über WLAN und ssh arbeiten will komme ich nach der passworteingabe nicht mehr weiter.
Kann dazu jemand helfen?

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast